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8-jährige Katherine van Alst übersteht 6 Tage in der Wildnis unbeschadet

Foto: devils den park dam ii von Russ / Wikimedia Commons / CC BY 2.0

Katherine van Alst war ein 8-jähriges Mädchen aus der US-amerikanischen Stadt Kansas City im Bundesstaat Missouri, das im Juni 1946 mit ihren Eltern und Geschwistern zum ersten Mal die Berge des Devil’s Den State Parks besuchte.

Der Devil’s Den State Park im US-Bundesstaat Arkansas erstreckt sich über ca. 10km² und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien und Wanderer.

Katherine verschwand am Sonntag, den 16. Juni 1946, als sie sich mit ihren Brüdern in der Nähe des Campingplatzes herumtrieb und im dichten Wald verirrte.

Suchkräfte durchkämmten tagelang den Wald und versuchten mit lauten Rufen die Aufmerksamkeit des Mädchens zu erlangen. Als die Hoffnung auf ein Überleben der kleinen Katherine schon zu schwinden begann, antwortete am 6. Tag der Suche, Samstag, dem 22. Juni 1946, eine Stimme auf die Rufe.

Suchkräfte finden die kleine Katherine van Alst

Katherine van Alst Zeitungsartikelbild

Zeitungsbild von Katherine van Alst nach ihrem Auffinden | © Google News Archive

»Hier bin ich.« Das 8-jährige Mädchen kam mit einem blassen Lächeln aus einer Höhle hervor. Sie war in
Anbetracht der Lage fast schon gespenstisch ruhig und – abgesehen von einigen Insektenbissen – völlig unverletzt. Dies erzählte Porter Chadwick, ein Student der Universität von Arkansas und Teil der Suchmannschaft. Er war es auch, der Katherine fand.

Die 8-Jährige wurde ca. 48 km entfernt von dem Campingplatz, wo sie verschwand, gefunden. Die Höhle, in der Katherine 3 Nächte verbrachte, befand sich nahe eines Berggipfels in direkter Umgebung der Stadt Fayetteville, Arkansas.

Das Mädchen trug bei ihrer Rettung noch denselben Badeanzug wie bei ihrem Verschwinden. Sie wanderte tagelang abseits der Pfade durch den Devil’s Den State Park. Da Katherine nach eigenen Angaben die letzten 3 Tage bis zu ihrer Rettung in der Höhle nahe Fayetteville verbrachte, muss sie in den ersten 3 Tagen ihres ungewollten Abenteuers im Durchschnitt beachtliche 16 km pro Tag gelaufen sein.

Andere kamen nicht mit dem Schrecken davon

Die Tageszeitung Pittsburgh Press, die von 1884 bis 1992 existierte, berichtete am 24. Juni 1946, kurz nach dem Auffinden der kleinen Katherine, über den Fall und erwähnte dabei in dem Artikel, dass sich auch schon vor dem Verschwinden des 8-jährigen Mädchens einige Personen in dem unwegsamen Gebiet verirrt hatten. Im Gegensatz zu Katherine konnten diese Personen aber nur noch tot aufgefunden werden. Sie sind laut Angaben der Pittsburgh Press an »Erschöpfung, Hunger und Schrecken« gestorben.

Eine dieser Personen war eine Frau, die sich 2 Jahre zuvor im Devil’s Den State Park verlief. Sie wanderte 17 Tage durch die Weiten des Parks, bevor ihre Leiche gefunden wurde. Tragischerweise verstarb sie lediglich 50 m von einer rettenden Straße entfernt. Die Vegetation war so dicht, dass sie die Straße nicht erkennen konnte.

Katherine van Alst Wald des Devil's Den State Parks

In dem dichten Wald des Devil’s Den State Parks verirrte sich das 8-jährige Mädchen | © Alejandro Forero Cuervo / CC BY 2.0 Wikimedia Commons

Auch in der heutigen Zeit verschwinden noch Besucher im Devil’s Den State Park

Im August 2017 hat ein weiterer Vermisstenfall im Devil’s Den State Park für lokale Schlagzeilen gesorgt. Der 33-jährige Rodney Letterman verschwand beim Wandern mit einem Freund spurlos. Rodneys Freund ging nur kurz zu ihrem Truck zurück, um Rodneys Medikamente zu holen. Der 33-Jährige wartete währenddessen auf dem Wanderpfad. Als Rodneys Wanderpartner vom Truck zurückkehrte, war Rodney Letterman verschwunden und ist seitdem nicht mehr aufgetaucht.

Nachrichtensendung berichtet über Rodney Lettermans Verschwinden

Nachdem man all das weiß, ist es umso erstaunlicher, dass die kleine Katherine van Alst die 6 Tage in der Wildnis Arkansas‘ nahezu unverletzt überlebte. Da sie in einer Großstadt lebte, sollte man annehmen, dass sie mit dem Leben und Überleben in der trostlosen Wildnis nicht sonderlich vertraut war.
Als man Katherine im Krankenhaus befragte, sagte sie: »Als sie mich in den ersten ein oder zwei Tagen nicht gefunden hatten, wusste ich, dass ich sterben würde. Aber ich hatte trotzdem keine Angst.«

Sie wusste also schon relativ früh, dass ihre Chancen auf ein Überleben nicht gut standen. In so einer aussichtslosen Situation keine Angst zu haben, ist nicht nur für ein Kind, sondern auch für einen Erwachsenen alles andere als gewöhnlich.

Weitere Einzelheiten über die Odyssee von Katherine van Alst wurden nicht bekannt und deshalb kann wohl nie restlos geklärt werden, wie das 8-jährige Mädchen es schaffte, die 6 Tage so unbeschadet zu überstehen.


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